Wenn Vereine ihre Demokratie opfern - Ein
Appell!

Im nachfolgenden Artikel nehme ich mein Recht auf freie
Meinungsäußerung gem. Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG)
sowie das Zitatrecht gem. § 51 Urheberrechtsgesetz (UhRG) wahr.
Was ist eine Meinung? Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema.
Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken
anregen und das soll sie auch!
Es ist still geworden in vielen großen Vereinen.
Nicht die Art von
Stille, die Konzentration bei der Vereinsarbeit bedeutet. Sondern die Art von Stille, die
entsteht, wenn Widerspruch nicht mehr lohnt, wenn Kritik als Verrat
gilt, wenn Entscheidungen längst gefallen sind, bevor sie in der
Sitzung „besprochen“ werden. Was als demokratische Struktur begann,
gleitet immer öfter in etwas ganz anderes ab, das vielleicht noch ein
wenig nach
Demokratie riecht, aber nur noch als Autokratie funktioniert.
Es beginnt immer ganz harmlos. Die Führung ist „überlastet“, die Prozesse „zu
langsam“, die Mitglieder „zu uninformiert“. Also werden
Entscheidungen zentralisiert, Informationen zurückgehalten,
Sitzungen gestrafft. Was als Effizienz getarnt und so verkauft wird, ist in Wahrheit
nichts anderes als Machtverschiebung und -verdichtung. Plötzlich entscheidet nicht
mehr, wer die Mehrheit hat, sondern wer die Agenda kontrolliert.
Die große Illusion der „Handlungsfähigkeit“
Vereinsautoritären und Funktionsträgern fehlt es nicht an Argumenten. Sie sprechen von
„Entscheidungsfähigkeit“, von „Verantwortung“, von „Sachzwang“.
Doch
was sie wirklich meinen ist: Unsere Handlungsfähigkeit ist uns viel
wichtiger als eure Mitbestimmung!
In der Theorie klingt das sehr effizient und eloquent, in der Praxis ist
das für den Verein eine Katastrophe!
- Die
Satzung
gilt nur, wenn es passt.
Demokratische Regeln werden zu „Flexibilitätsreserven“ erklärt,
damit man sie umgehen kann. (Beispiel: Die DARC e.V. Definition
von
Antragstatbestand ...)
- Kritik wird pathologisiert. Wer fragt, ist „unloyal“, wer
zweifelt, „blockiert“ und wer aufklärt, „schadet dem Verein“.
- Transparenz wird zur Bedrohung. Was früher offen
kommuniziert wurde, ist jetzt „intern“, „vertraulich“ und
„strategisch sensibel“.
So entsteht eine „Demokratie“, die keine mehr ist und die nur noch auf dem
Papier existiert. Tatsächlich
regieren nur noch wenige
, abgesichert
durch Netzwerke,
Informationen und Verfahren
.
Die Kultur der Angst
Autokratisierung braucht keinen Diktator, sie braucht nur eine
Kultur, in der es gefährlicher ist, zu reden, als zu schweigen. Und genau
das passiert, wenn Vereine ihre Demokratie aushöhlen:
Die Folge davon: Der Verein wird immer kleiner, aber die Führung immer
größer. Die Mitglieder schrumpfen zur Dekoration, die „Mitgliederversammlung"
verkommt zur Farce.
Genau das passiert beim DARC e.V.!
Der Preis der vermeintlichen „Ruhe“
Es ist so verlockend zu sagen, es läuft doch. Die Mannschaft spielt,
die Projekte laufen, die Zahlen sehen ganz gut aus. Aber was ist das für
ein Verein, dessen vermeintlicher Erfolg nur möglich ist, weil niemand mehr sagt,
was falsch läuft?
Ein Verein, der seine Demokratie opfert, opfert mehr als die Rechte
seiner Mitglieder.
Er
opfert seine Identität. Vereine sind keine Firmen, keine
Staatsapparate, keine dynastischen Erbstrukturen. Vereine sind die
Freiwilligen, die sich einbringen, weil sie mitgestalten wollen.
Wenn das wegfällt, bleibt nur noch eine Hülle und das genau ist der
DARC e.V. heute!
Eine Hülle!

Picture KI generated - Der DARC e.V. Elfenbeinturm ...
Was tun?
Es braucht keine revolutionäre Umwälzung, es braucht nur den Mut,
das Offensichtliche
an- und auszusprechen:
- Demokratie ist kein Luxus, sondern Voraussetzung. Ein
Verein ohne Demokratie ist kein Verein.
- Transparenz ist kein Risiko, sondern Basis. Wenn Mitglieder
nicht wissen, was entschieden wird, können sie nicht
mitentscheiden.
- Kritik ist kein Verrat, sondern Pflicht. Wer schweigt, wenn
es falsch läuft, macht sich mitschuldig.
Vereine sind die kleinste Zelle der Demokratie. Wenn sie ihre
Demokratie opfern, verlieren sie mehr als nur ihre Seele.
Sie
verlieren ihre Daseinsberechtigung!
Schlussgedanke
Demokratie im Verein ist kein Status, sondern ein System aus
Rechten, Kontrollen und kulturellem Respekt vor Widerspruch. Sobald
diese Bauteile nacheinander verschwinden, entsteht trotz
demokratischer Sprache eine autokratische
Realität
.
vy 73 de Jürgen
DL6WAB
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