Im nachfolgenden Artikel nehme ich mein Recht auf freie
Meinungsäußerung gem. Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG)
sowie das Zitatrecht gem. § 51 Urheberrechtsgesetz (UhRG) wahr.
Was ist eine Meinung? Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema.
Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken
anregen und das soll sie auch!
Vorab,
wenn ich hier von Verein schreibe, dann meine ich den DARC
e.V. als juristische Person und nicht irgendeinen Ortsverband oder
natürliche Personen. Die Ortsverbände sind ausdrücklich nicht
eigenständig sondern lediglich lokale Untergliederungen des DARC
e.V. und somit Befehlsempfänger "von oben". In Sachen
Willkommenskultur scheint da "von oben" in der Vergangenheit aber
nicht viel gekommen zu sein!
Erwartungshaltung
2014 bin ich neu zum Amateurfunk gekommen, meine Erwartungen waren
hoch, sie wurden aber nicht erfüllt. Falsche Erwartungshaltung?
Aus heutiger Sicht muss ich sagen, ja!
In meiner frühen Jugend hatte ich als SWL/BCL und später als CB
Funker erste Kontakte in die Welt der kurzen, langen und ultrakurzen
Wellen, irgendwann ~ 1995 verlor ich daran das Interesse, Familie
und Beruf gingen einfach vor. So um 2010 hatte ich dann CB Funk und
Kurzwelle wiederentdeckt, leider nicht in der Ausprägung, wie ich
das in Erinnerung hatte. Es gab deutlich weniger CB Funker und auch
deutlich weniger Kurzwellenstationen.
Ruckzuck wurde ein Weltempfänger (SONY ICF SW77) gekauft und die
Kurzwelle erkundet. Gerade war SSB im CB Funk erlaubt und so fand
auch ein neues und modernes CB Funkgerät (President Jackson II) den Weg zu mir.
Das ging einige Jahre ganz gut, der permanente Rückgang im CB Funk und auf
Kurzwelle war aber schon deutlich zu spüren.
Amateurfunk
Und dann kam irgendwann die Idee auf, warum machen wir nicht einfach
Amateurfunk? 2013 wurde dazu eine Lerngruppe gebildet, bestehend aus
ca. 14 CB Funkern die sich zum Ziel gesetzt hatten, die
Amateurfunkzulassung zu erreichen. Im Juni 2014 war es soweit,
Prüfung bei der BNetzA in Köln, Klasse E.
Ernüchterung
Und dann begann eine Zeit, die ich mir wirklich ganz anders
vorgestellt hatte. War ich doch nun endlich Teil der elitären
Gruppe, zu der ich früher neidisch aufgeblickt hatte. Endlich war
ich selbst Funkamateur. Leider wurde das von den alteingesessenen
Funkamateuren gar nicht so gesehen, was war schon ein Klasse E
Funkamateur unter den vielen altgedienten Klasse A Amateuren?
Nicht nur ich bekam das
zu spüren, sondern auch alle anderen die "nur" die Klasse E hatten.
Ein Klasse E (N) Funkamateur ist kein richtiger Funkamateur!
Seit wann kommt denn der Knochen zum Hund?
FT4/8 ist kein richtiger Amateurfunk!
Wer kein CW kann ist kein richtiger Funkamateur!
Heute gibt es nur noch Steckdosenamateure, die nichts
können!
Von Willkommenskultur oder gar Akzeptanz keine Spur.
Genau diese fehlende Willkommenskultur stellt ein oft
unterschätztes Problem dar, das weitreichende Folgen für
Gemeinschaft, Engagement und langfristige Mitgliederbindung im
Verein hat.
Vereine leben von der aktiven Teilnahme und dem Gefühl der
Zugehörigkeit. Wird den neuen Mitgliedern jedoch kein offenes,
wertschätzendes Umfeld geboten, entstehen schnell Barrieren, die den
Einstieg erschweren oder sogar verhindern.
Neue Mitglieder werden nicht aktiv angesprochen, Informationen
bleiben unklar oder werden nur informell innerhalb bestehender
Gruppen (Seilschaften) weitergegeben. Dadurch entsteht nicht nur der Eindruck von
geschlossenen Strukturen oder „eingespielten Kreisen“, in denen
Außenstehende nur schwer Anschluss finden. Besonders für jüngere Menschen
ohne Vorerfahrung, wie bei den Klasse E oder N Funkamateuren.
Langfristig gefährdet diese Haltung die Zukunftsfähigkeit von
Vereinen. Der so dringend benötigte Nachwuchs bleibt aus, die Altersstruktur verschiebt sich
weiter und weiter,
und wichtige Impulse von außen gehen verloren. Zudem widerspricht
eine mangelnde Offenheit häufig den eigentlichen Werten vieler
Vereine, die Gemeinschaft, Integration und Zusammenarbeit ja
eigentlich fördern wollen.
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Willkommenskultur muss man leben!
Eine aktive Willkommenskultur hingegen beginnt mit kleinen, aber
wirkungsvollen Maßnahmen, persönliche Begrüßung, klare
Ansprechpartner, transparente Kommunikation und gezielte Einbindung
neuer Mitglieder und nicht mit der abgedroschenen Phrase, "Gäste
sind immer herzlich willkommen!".
Entscheidend ist eine Haltung, die Offenheit nicht
nur vorgibt, sondern im Alltag sichtbar lebt. In den kennengelernten DARC e,V,
Ortsverbänden hatte ich immer den Eindruck, man begrüßt lediglich
einen neuen Beitragszahler, insbesondere in den Ortsverbänden, die
eine stark
vereinspolitisch und formalistisch geprägte Hierarchie auslebten!
Vereinsmeierei
Die Vereinsbürokratie lässt grüßen im 4 Buchstabenverein, den die
untergliederten und nicht eigenständigen Ortsverbände auch umsetzen
müssen. Gemeinschaft im Amateurfunk ja, aber bitte ohne überbordenden
Formalismus, so wie beim DARC e.V.
Nachfolgend das umfangreiche DARC e.V. Regelwerk für organisierte
Funkamateure!
Ein Eldorado für echte Bürokraten! Ein Verein ist
aber weder ein Wirtschaftsunternehmen noch braucht er leitende Beamte wie z.B. in einer
Kommunalverwaltung! Hat die traditionelle Vereinsmeierei ausgedient? Dazu der folgende
Artikel, der die ganze Problematik
gut wiedergibt.
Irgendwann wurde mir sehr klar, der Kontakt zum DARC e.V. als Verein bringt mich nicht
weiter, eher das Gegenteil ist der Fall. Nach 4
erfolglosen Versuchen in 4 verschiedenen Ortsverbänden, auf der
Suche nach Gleichgesinnten, Anschluss und Unterstützung, habe ich dann aufgegeben und
den DARC e.V. verlassen.
Seitdem übe ich mein Hobby ohne
Bundesverband aus und muss sagen, es
geht auch
ohne DARC e.V.!
Enwicklung
Da ich die
Entwicklung noch interessiert beobachte kann ich
heute sagen, viel hat sich in den mir bekannten Ortsverbänden nicht
getan. Man agiert weiter wie bisher, die Mitglieder dort
werden immer älter und zugleich immer weniger und es ist abzusehen,
wann die nächsten DARC e.V. Ortsverbände nach F70 (Fritzlar) und F52
(Bad Wildungen) hier in der Region mangels Teilnehmer dicht machen
müssen. Neue Funkamateure kommen so gut wie keine dazu, obwohl laut
DARC e.V. insgesamt
ein positiver Trend zu beobachten ist.
Wo sind sie denn alle, die Neuen? Tatsächlich gibt es einige neue Klasse N
Funkamateure, aber deutlich weniger neue DARC e.V. Vereinsmitglieder.
Warum ist das wohl so?
Michael (DL2YMR) hat genau dieses Problem auch aufgegriffen und
mit seinem Video den Nagel auf
den Kopf getroffen!
Ich kann nur hoffen, dass die alteingesessenen DARC e.V.
Funktionsträger
heute eine andere Willkommenskultur an den Tag legen wie noch 2014,
ansonsten ist die geringe DN9 Präsenz schnell erklärt. Dahingehende
Hoffnung habe ich allerdings nicht, es hat sich ja so gut wie nichts
geändert in den letzten 10 Jahren. Der DARC e.V. hat zwar eine
gelungene Ausbildungsplattform aufgebaut, vermutlich hat er
aber die Funktionsträger in den Ortsverbänden in Sachen
generationenübergeifende Zusammenarbeit nicht abgeholt und
mitgenommen. Dort herrscht vermutlich noch der gleiche Trott wie vor
10 Jahren, so wie mir auch immer wieder befreundete Vereinsmitglieder berichtet
hatten.
Seilschaften, Gekungel, Tradition, Stillstand und Überheblichkeit,
echte und ehrliche Willkommenskultur sieht anders aus!
Manchmal hat man den Eindruck, man will sich in den Ortsverbänden nicht mehr
weiterentwickeln sondern
den Status der Vergangenheit bewahren, so kommt es mir zumindest vor.
Vom Geist der 90er ist da die Rede, von damaligen Vorbildern, einer
tollen Zeit und viel Stoff für Legenden. Ja, für die Älteren dieses
Ortsverbands sicher reichlich Gesprächsstoff für den traditionellen
OV Abend, für junge und neue Funkamateure sicher nur langweilige
Anekdoten. Der Geist der 90er konnte auch viele neue Funkkollegen
begeisterm, ja wo sind sie denn, die neuen Funkollegen, ich sehe ja
gar keine?
Ich kann mir nicht im Ansatz vorstellen, dass man damit neue
Funkamateure begeistern kann! Aber so ist das nun mal, wenn man in
einer vereinsgesteuerten
Echokammer und Filterblase lebt und die Realität um sich herum
völlig aus den Augen verliert!
Zukunft
Sucht man nach Amateurfunkangeboten im Internet, findet man überwiegend mehr
oder weniger aktuelle Angebote von DARC e.V. Ortsverbänden. Der
Schein trügt aber, an der Aktualität der Seiten erkennt man schnell,
ob dieser Ortsverband wirklich noch aktiv ist oder schon längst als
"Internetleiche"
eingestuft werden muss.
Neuigkeiten aus 2019 sind 2026 keine
mehr und
die Weihnachtsgrüße zum Jahreswechsel 2020/2021 lassen ebenfalls tief blicken.