Wie der DARC e.V. intern tickt!

Im nachfolgenden Artikel nehme ich mein Recht auf freie
Meinungsäußerung gem. Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG)
sowie das Zitatrecht gem. § 51 Urheberrechtsgesetz (UhRG) wahr.
Was ist eine Meinung? Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema.
Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken
anregen und das soll sie auch!
Was erwartet einen neuen Funkamateur, wenn er in den DARC e.V.
eintritt?
Diese Frage möchte ich in diesem Beitrag versuchen zu
beantworten, damit sich insbesondere neue Funkamateure vorab
orientieren können, was beim DARC e.V. auf sie zukommt. Nach dem
Motto, "Es ist nicht alles Gold, was glänzt!", werde ich
die Struktur des DARC
e.V. durchleuchten und meine eigenen Erfahrungen und Eindrücke aus
10 Jahren Mitgliedschaft hier
schildern.
1. Was ist der DARC e.V. eigentlich?
[Zitat DARC e.V.]
Der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) e.V. ist die größte
Vereinigung von Funkamateuren in Deutschland und Europa. Der DARC
gliedert sich bundesweit in 24 Distrikte und ca. 960 Ortsverbände.
Die Aufgaben des Clubs sind es, den Amateurfunk zu fördern und die
geeigneten Rahmenbedingungen für den Amateurfunkdienst zu schaffen.
International engagiert er sich als Mitglied in der International
Amateur Radio Union (IARU).
[Zitat Ende]
So sieht der DARC e.V. sich selbst!
2. Wie ist der DARC e.V. aufgebaut?
Der DARC e.V. ist als eingetragener Verein (e.V.) nach dem deutschen
Vereinsrecht aufgebaut und gliedert sich in mehrere Ebenen von der
Bundesorganisation bis hin zu lokalen Gruppen (Ortsverbände, OV).
Er
gliedert sich in 4 Ebenen:
- Bundesverband (DARC e.V.) mit Sitz in Baunatal
- 24 Distrikte (regionale Ebene, meist ein Bundesland oder
Teil davon)
- rund 960 Ortsverbände (lokale Ebene, die eigentlichen
„Clubs“ vor Ort)
- einzelne Mitglieder (Funkamateure)

Die DARC e.V. Hierarchie
3. Welche Organe existieren auf diesen 4 Ebenen?
3.1 Organe auf Bundesebene
Auf der Ebene des Gesamtvereins gibt es laut Satzung vor allem:
-
den Vorstand
(geschäftsführendes Gremium, vertritt den Verein
nach außen)
-
den Amateurrat
(Delegiertenversammlung, beratendes und beschlussfassendes Gremium, in
dem die Distrikte und Fachbereiche vertreten sind)
-
die Ausschüsse
(Haushaltsausschuss, Satzungsausschuss, Ehrennadelausschuss,
Diplomausschuss, Amateurfunkprüfungen, Rechnungsprüfer)
-
die Referate
(z. B. für Jugend, Notfunk, Technik,
Funkbetrieb, Ausbildung etc.
3.1.1 DARC e. V. –
Vorstand
- Vorstandsvorsitzender Christian Entsfellner, DL3MBG
- Vorstandsmitglied
Ernst Steinhauser, DL3GBE
- Vorstandsmitglied Werner Bauer, DJ2ET (sk)
- Vorstandsmitglied Ronny Jerke, DG2RON
Das DARC e.V. Das
Organigramm
vom DARC e.V.
Vorstand findet man hier.
3.2 Satzung, Geschäftsordnung, Ausschüsse und sonstige
Regelungen
Die genaue Zusammensetzung und die Wahlmodalitäten regeln:
3.3 Organe auf Distriktebene
Der DARC ist in 24 Distrikte unterteilt, die mit Buchstaben
gekennzeichnet sind (A–Y, einige Buchstaben entfallen).
- A = Baden
- B = Franken
- C = Oberbayern
- D = Berlin
- E = Hamburg
- F = Hessen
- G = Köln-Aachen
- H = Niedersachsen
- I = Nordsee
- K = Rheinland-Pfalz
- L = Ruhrgebiet
- M = Saarland
- N = Sachsen
- O = Westfalen
- P = Württemberg
- Q = Sachsen-Anhalt
- R = Thüringen
- S = Schleswig-Holstein
- T = Mecklenburg-Vorpommern
- U = Bayern (zusätzlich zu Oberbayern)
- V = Berlin-Brandenburg (je nach aktueller Gliederung)
- W = Bremen/Niedersachsen-Teebereiche
- X/Y = spezielle Distrikte (z. B. für besondere Aufgaben oder
Regionen)
Jeder Distrikt hat:
- einen Distriktsvorstand (Distriktsvorsitzender, Stellvertreter, Kassenwart, Referenten,
usw.)
- eine Distriktsversammlung (Mitgliedervertreter (OVV) der Ortsverbände)
- oft eigene Referate (z. B. Notfunk, Jugend, Ausbildung)
Die Distrikte koordinieren (... was immer das auch bedeuten mag
...) die Arbeit der Ortsverbände in ihrer Region, vertreten die
Interessen (... von wem? ...) gegenüber Landesbehörden und
organisieren distriktweite Aktivitäten (z.B. Tagungen, Wettbewerbe,
Notfunkübungen, usw.).
3.4 Ortsverbände (lokale Ebene der
Mitglieder)
Es gibt noch ca. 960
Ortsverbände (OV), Tendenz abnehmend, die jeweils eine eigene Nummer (DOK) innerhalb
ihres Distrikts haben (z. B. „A01“, „F36“, „O52“). Ein Ortsverband
ist ein lokaler Zusammenschluss von DARC-Mitgliedern in einer Stadt
oder Region. Die Ortsverbände sind keine eigenständigen Vereine (...
so wie viele glauben ...), sondern nur Untergliederungen des DARC e.V.
und somit auch nicht unabhängig oder gar selbstständig.
Jeder OV hat in der Regel:
- einen Vorstand (OV-Vorsitzender „OVV“, Stellvertreter,
Kassenwart, Schriftführer, usw.)
- regelmäßige Versammlungen (OV Abende und
Mitgliederversammlungen)
- manchmal ein Vereinsheim oder aber einen festen Treffpunkt
(Kneipe)
- manchmal eigene Aktivitäten (Vorträge, Bastelabende, Funkbetrieb,
Notfunkgruppen, Jugendgruppen)
Die Ortsverbände sind für die meisten Mitglieder die primäre
Anlaufstelle, hier soll das praktische Vereinsleben stattfinden,
die
Realität sieht meistens aber ganz anders aus.

Der typische OV Abend ...
3.5 Verhältnis der Ebenen zueinander
Die Struktur
soll vereinsrechtlich sein, nicht behördlich-hierarchisch. Es soll sich um
koordinierende und unterstützende Ebenen handeln:
- Der Bundesverband setzt übergeordnete Ziele (... wie kommen
diese Ziele zustande?
...), vertritt die
Interessen (... wie werden diese Interessen eruiert? ...) national und international.
- Die Distrikte koordinieren (... bestimmen? ...) regional und
sollen
Unterstützung bieten.
- Die Ortsverbände gestalten das konkrete Vereinsleben vor
Ort (... die zahlenden Mitglieder mit wenig Rechten ...).
So viel zur Theorie. Irgendwie habe ich aber den Eindruck, dass
hier Theorie und Praxis weit auseiander liegen.
4. Mitglieder und Mitgliedschaft
Der DARC hat
noch rund 31.600 Mitglieder (Stand Ende 2025).
Man kann Mitglied werden:
- über einen konkreten Ortsverband (als OV-Mitglied)
- oder über einen Übergangsortsverband (wenn man keine
Vereinsmeierei im OV möchte).
4.1 Vereinsleistungen
Die
Vereinsleitungen
werden vom DARC e.V. wie
folgt angegeben:
- Interessenvertretung gegenüber Verbänden und Behörden
- Der Ortsverband: Die Gemeinschaft der Funkamateure!
- Ausbildung zum Funkamateur
- Amateurfunkmagazin CQ DL
- QSL-Büro
- Versicherungsleistungen für Mitglieder
Bitte vor Eintritt in den Verein prüfen, ob man das wirklich
auch braucht!
4.2 Die Mitbestimmung der DARC e.V. Mitglieder
Die Mitbestimmung „von unten“ im DARC läuft im Kern nur über
das Delegiertensystem. Das einfache Mitglied wirkt vor allem über
seinen Ortsverband (OV) und über seinen Distrikt auf die Bundespolitik
des Vereins ein, wenn man das überhaupt noch so bezeichnen kann.
Das Grundprinzip beim DARC e.V. lautet, indirekte Demokratie nur über Delegierte
ohne imperatives Mandat. Ohne imperatives Mandat bedeutet, die
Delegierten sind an keine Weisung gebunden und können bei
Abstimmungen (Distrikt, Amateurrat) frei entscheiden ohne Rücksicht auf die Meinung der
Mitglieder nehmen zu müssen.
Auf Bundesebene gibt es keine direkte Mitgliederversammlung aller
ca. 31.600 Mitglieder, sondern eine „Mitgliederversammlung“ (... die
eigentlich keine ist, weil sich gar keine Mitglieder versammeln,
sondern nur Delegierte
...), als Delegierten- oder Vertreterversammlung auch Amateurrat
genannt.
Der Amateurrat besteht aus:
- den 24 Distriktsvorsitzenden
- dem 1. Vorsitzenden des angeschlossenen Verbands
VFDB
e.V.

Diese Personen üben die Rechte der Mitglieder im Sinne des
§ 32
BGB
als Vertreterversammlung aus, müssen aber nicht die Meinung
der Mitglieder vertreten. Die Stimmenzahl jedes Distriktsvorsitzenden hängt von der
Mitgliederzahl seines Distrikts ab (z.B. 2 Stimmen für die ersten
1.000 Mitglieder, dann je eine weitere Stimme pro angefangene
1.000).
Das einzelne Mitglied wählt nicht direkt den Bundesvorstand, sondern
„beeinflusst" ihn lediglich indirekt (... und theoretisch ...) und das noch über mehrere
und sequentielle Entscheidungsbenen.
4.3 Mitbestimmung im Ortsverband (OV)
Das ist die wichtigste und einzige direkte Ebene der Mitglieder für die
ansonsten nur indirekte
Mitwirkung:
- In der Ortsverbands-Mitgliederversammlung (... die einzig
echte Mitgliederversammlung im DARC e.V. ...) sind alle
ordentlichen Mitglieder stimmberechtigt, die das 14. Lebensjahr
vollendet haben, plus Ehrenmitglieder des DARC, die dem OV
angehören.
Dort darf das Mitglied:
- den OV-Vorstand wählen oder abwählen (OV-Vorsitzender „OVV“,
Stellvertreter, Kassenwart etc.)
- über Anträge abstimmen (z.B. zu Aktivitäten, Finanzen,
Positionen des OV)
- eigene Anträge einbringen (zur Behandlung in der
OV-Versammlung)
Wenn für ein Mitglied ein Anliegen wichtig ist (z.B. mehr
Jugendaktivitäten, andere Beitragsverwendung, bestimmte Haltung zu
einem Thema), kann das als Antrag in die OV-Versammlung eingebracht
werden. Wird er dort angenommen (... und nur dann ...), geht er
weiter auf Distriktebene, wird dort beraten, beschlossen oder
abgelehnt.
4.4 Mitbestimmung im Distrikt
Die Distriktsversammlung besteht aus den OV-Vorsitzenden (OVV)
der Ortsverbände des jeweiligen Distrikts. Die OVV wählen dort den Distriktsvorstand
für zwei Jahre.
Sie entscheiden über:
- Anträge, die aus den Ortsverbänden kommen
- Distriktspolitik, Veranstaltungen, Finanzen auf
Distriktebene
Ein Antrag eines einzelnen Mitglieds an den Amateurrat
(Delegiertenversammlung) muss in der Regel:
- in der OV-Mitgliederversammlung beraten, beschlossen
(... oder abgelehnt ...) werden,
- in der Distriktsversammlung beraten, beschlossen (... oder
abgelehnt ...) werden und wird dann
- als Distriktantrag an den Amateurrat weitergeleitet, wo der
Antrag auch noch einmal beraten werden muss, beschlossen oder
abgelehnt werden kann.
Andere Wege:
- Ein Mitglied der Distriktsversammlung kann einen Antrag
stellen, wenn mindestens ein Drittel der Distriktsversammlung
dem Antrag zustimmt. Weiterleitung an den Amateurrat wo der
Antrag auch noch einmal beraten, beschlossen oder abgelehnt
werden kann.
- Mitglieder des Amateurrats, des Vorstands und bestimmte
Referenten können ebenfalls direkt Anträge an den Amateurrat stellen.
Der Amateurrat muss den Antrag auch noch einmal beraten, kann
ihn beschließen oder ablehnen.
Initiativmöglichkeit über 300 Mitglieder:
- Auf schriftliches Verlangen von mindestens 300 Mitgliedern
ist der Vorstand verpflichtet, einen entsprechenden Antrag in
der nächstmöglichen Mitgliederversammlung einzubringen. Der
Amateurrat muss den Antrag auch noch einmal beraten, kann ihn
beschließen oder ablehnen.
4.5 Bundesebene – Amateurrat als Delegiertenversammlung
Der Amateurrat ist das oberste Beschlussgremium des DARC e.V.
Dort wird u. a. entschieden:
- die Wahl des Bundesvorstands (Vorsitzender und weitere
Vorstandsmitglieder, jeweils für zwei Jahre)
- Satzungsänderungen, Beitragsordnung, Wahlordnung,
Jugendordnung, usw.
- Grundsatzfragen, Entlastung des Vorstands, wichtige
Vereinspositionen, usw.
Anträge an diese Versammlung müssen in der Regel sechs Wochen
vorher beim Vorstand eingegangen sein, damit sie fristgerecht an die
Mitglieder des Amateurrats verteilt werden können.
5. Was kann ein „normales“ Mitglied konkret tun?
Wer "von unten" her mitbestimmen will, hat im
Wesentlichen nur die folgenden Möglichkeiten:
- in einem Ortsverband aktiv werden (... und gegen Wände
laufen ...)
- im OV das Wort ergreifen und Themen einbringen (... wenn es dem
OVV gefällt und er das zulässt ...)
- sich im OV-Vorstand oder in Arbeitsgruppen engagieren (... wenn
es dem DV gefällt und er das zulässt ...)

Die Möglichkeiten der indirekten Beteiligung für DARC e.V.
Mitglieder
5.1 Wie werden Anträge über den OV in die Distriktsversammlung
gebracht?
- einen Antrag formulieren (... z. B. zu einem Thema, das
dem Mitglied wichtig ist ...) und in die OV
Mitgliederversammlung einbringen,
- die OV Mitgliederversammlung entscheidet (1 Hürde), ob sie diesen Antrag unterstützt und an die
Distriktsversammlung weiterleitet,
- die Distriktsversammlung entscheidet (2 Hürde),
ob sie den Antrag annimmt und damit an die
Mitgliederversammlung (Amateurrat) gibt,
- der Amateurrat muss den Antrag auch noch einmal beraten,
kann ihn beschließen oder ablehnen (3 Hürde).
5.2 Wie kann über den Distriktsvorsitzenden (DV) oder
den Ortsverbandsvorsitzenden (OVV) ein Antrag eingebracht werden?
Man kann
den OVV oder andere Distriktsvertreter ansprechen und darum bitten, ein
Thema aufzugreifen. Wenn ein Mitglied der
Distriktsversammlung den Vorschlag aufgreift und ein Drittel der
Distriktsversammlung zustimmt (1 Hürde), kann der Antrag auch so
zum Amateurrat kommen. Der Amateurrat muss den Antrag abschließend
auch noch einmal beraten, kann ihn beschließen oder ablehnen (2 Hürde).
5.3 Die 300 Mitglieder Initiative
Mit bundesweiter Unterstützung, kann mit
mindestens 300 Unterschriften (1 Hürde) der Vorstand
(... theoretisch ...) gezwungen werden, einen Antrag in
die nächste Mitgliederversammlung einzubringen. Der Amateurrat muss
den Antrag dann beraten, kann ihn beschließen oder ablehnen (2 Hürde).
5.4 Selbst
Delegierter (OVV, DV) werden
Als OV-Vorsitzender (OVV)
gehört man automatisch zur Distriktsversammlung. Wer
in Gremien auf Distriktebene oder als Referent tätig wird, kann unter Umständen selbst Antragsrechte auf höherer Ebene bekommen.
Der Amateurrat muss den Antrag auch noch einmal beraten, kann ihn
beschließen oder ablehnen (1 Hürde).
5.5 Die sequentielle Entscheidungshierarchie
Je näher man sich dem beschlussfassenden Gremium (Amateurrat) in
der Hierarchie annähert, umso weniger Hürden werden den
Antragstellern in den Weg gelegt. Allein daran kann man gut
erkennen, wer beim DARC e.V. die Vereinspolitik macht und wer nicht!
Das abschließend entscheidende Gremium über die maßgebliche
Vereinspolitik ist immer der Amateurrat (... auch
das Zentralkomitee des DARC e.V. genannt ...), bestehend aus den
Distriktsvorsitzenden (DV)!
Fazit
Wie man unschwer erkennen kann, ein ziemlich
aufgeblähter und dadurch auch sehr teurer und träger Verwaltungsapparat, den die
Mitglieder mit ihren Mitlgliedsbeiträgen (2026 = 114.- €
jährl.) finanzieren müssen, aber dafür so gut
wie nicht mitbestimmen dürfen.
Das Privileg der direkten
Mitbestimmung und der Entscheidungsgewalt, haben sich die zahlreichen Funktionsträger auf
ihren jeweiligen Ebenen unter den
Nagel gerissen!
Das einfache Mitglied hat kein direktes Stimmrecht auf Bundes-
oder Distriktsebene und kann nur im Ortsverband (OV) direkt
mitwirken. Die hierarchische Struktur des DARC e.V. zeigt deutlich,
dass man auf die Meinungen der Mitglieder beim DARC e.V. vermutlich keinen Wert legt
und Vereinspolitik (... die Ziele des Vereins ...) lieber ohne die direkte Beteiligung der Mitglieder
„von oben herab“ macht.
Hürden von „unten nach oben“ gibt es reichlich, in der anderen
Richtung so gut wie keine, dieses „demokratische Konzept“ spricht
schon für sich!
Die indirekte Mitbestimmung der Mitglieder auf Distrikts- bzw.
Bundesebene läuft nur über:
- die Stimme im
Ortsverband (... viele Hürden ...)
- die sequentielle Weitergabe von Anträgen über OV → Distrikt →
Amateurrat (... noch mehr Hürden ...)
- die Möglichkeit, über 300 Mitglieder Initiativen direkt auf
Bundesebene (... funktioniert vermutlich nur in der Theorie ...)
Neue Funkamateure sollten sich deshalb unbedingt die Frage stellen, ob
sie so ein System mit ihrem Mitgliedsbeitrag unterstützen wollen und
ob sich eine Mitgliedschaft im DARC e.V. für sie überhaupt lohnt. Das
insbesondere auch unter dem Hintergrund, weil eine echte und direkte Mitwirkung an der eigentlichen
Vereinspolitik im DARC e.V. als einfaches Mitglied so gut wie gar nicht
möglich ist.
Man muss nicht in einen Verein eintreten, nur weil das
angeblich alle machen. Die Mehrheit der Funkamateure ist vermutlich
noch nicht mal
mehr Mitglied im DARC e.V., sie werden wissen warum! Sollte
dieses angebliche „Mehrheitsverhältnis“ von mehr als 50 % der
Funkamateure irgendwann einmal nachweisbar kippen, verlöre das sich selbst
per Satzung ausgestellte Mandat zur
Vertretung der Funkamateure als Bundesverband grundsätzlich an
politischem Gewicht.
Ich vermute, der DARC e.V. würde
alles dafür tun, dass diese Information nicht öffentlich wird. Schon
mal irgendwo eine Statistik vom DARC e.V. gesehen?
Wer am Funkbetrieb teilnehmen und
experimentieren möchte, der muss nicht Mitglied im DARC e.V. werden,
sondern ist in einer
lokalen
und eigenständigen Gruppe
viel besser aufgehoben! Die ständig wie geschnitten Brot angebotenen Vereinsleistungen lassen sich allesamt
substituieren,
auch dazu ist eine Mitgliedschaft nicht erforderlich. Die vielen
Regeln und Auflagen des DARC e.V. gelten ausdrücklich nur für seine
Mitglieder, beeinflussen den Amateurfunk aber auch für
Nichtmitglieder, z.B. in der Politik!
Gemeinschaft unter Funkamateuren findet man
insbesondere und ausdrücklich auch außerhalb des DARC e.V., da dort
weder Gruppenzwang herrscht noch eine überholte Vereinsphilosophie vertreten
und ständig propagiert werden muss.
Die
Funkamateure, die die Karriereleiter beim DARC e.V. erklimmen und
wirklich ernsthaft auf Bundesebene mitwirken wollen (... viel Spaß
...), sollten sich auf jede Menge Fallstricke einstellen. Der DARC
e.V. ist aus eigener Erfahrung geprägt von über Jahrzehnte
gewachsenen Seilschaften und
persönlicher Loyalität einzelner Funktionsträger (OVV, DV, AR, Vorstand) untereinander.
Wer nicht loyales „Mitglied“ in diesem inneren Zirkel ist, hat es
schwer!
Die permanente und übertrieben positive Selbstdarstellung des DARC e.V. über
mehrere Kanäle ist genau der Grund, der viele Mitglieder nervt, zum
Austritt treibt und neue Funkamateure davon abhält, Mitglied zu
werden. Die Realität im DARC e.V. sieht oft ganz anders aus, als sie von dort
ständig propagiert wird.
Woran es beim DARC e.V. fehlt, ist genau das Gegenteil
der ständigen Selbstbeweihräucherung!
Mal zuhören,
Respekt gegenüber den Funkamateuren zeigen, auch von der
Vereinspolitik abweichende Sichtweisen aushalten, sie diskutieren und
auch akzeptieren, dass manche Mitglieder (... und nicht nur die ...) die
Notwendigkeit von echten Reformen beim DARC e.V. als
ihren Bundesverband
ausdrücklich wünschen!
Beispiele dafür gibt
es doch nun wirklich genug.
vy 73 de Jürgen
DL6WAB
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