Was einen zukunftsfähigen Verein ausmacht!

Im nachfolgenden Artikel nehme ich mein Recht auf freie
Meinungsäußerung gem. Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG)
sowie das Zitatrecht gem. § 51 Urheberrechtsgesetz (UhRG) wahr.
Was ist eine Meinung? Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema.
Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken
anregen und das soll sie auch!
Was macht einen Verein eigentlich aus? Was verleiht ihm seine
besondere Bedeutung?
Ein Verein verfolgt selbstverständlich Ziele, er hat einen Zweck und
übernimmt oft auch gemeinnützige Aufgaben. Doch sein wahres Wesen
liegt tiefer verborgen. Er ist primär eine soziale Gemeinschaft, mit
all den Facetten menschlicher Eigenarten. Ein Verein ist wie eine
große Familie und genauso wird dort auch diskutiert und auch mal gestritten!
Im Gegensatz zur Familie basiert die Mitgliedschaft im Verein jedoch
auf Freiwilligkeit. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, Teil
eines
Vereins zu sein.
Vereine sind demokratisch organisiert, zumindest auf dem Papier.
In
der Praxis gibt es aber auch Vereine (... so wie den DARC e.V. ...),
die eher paternalistisch (bevormundend) geführt werden.
Liegt das an der Leitung, die die Verantwortung ungern teilt, oder an
den Vereinsmitgliedern, die sich lieber führen lassen, als selbst aktiv zu
handeln?
Ein dauerhaft autoritärer Führungsstil nach dem Motto "Ich bin
der
Ortverbandsvorsitzende, ihr seid die zahlenden Vereinsmitglieder!"
führt unweigerlich zur Verarmung des Gemeinschaftslebens. Viele
Kompetenzen der Mitglieder bleiben ungenutzt, engagierte Menschen
ziehen sich zurück oder treten (...
wie ich auch ...)
aus dem Verein aus.
Was soll
ich als Funkamateur denn da?
Auch passive Mitglieder begünstigen solche Strukturen.
Wenn niemand mehr bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, handeln
Vorstände schnell nach dem Prinzip: "Wenn wir schon alles allein
machen müssen, dann entscheiden wir auch allein!" Und währenddessen
die Mitglieder den Vorstand den Karren ziehen lassen, wundern sie
sich gleichzeitig, dass dieser auch über die Richtung bestimmt.

Picture KI generated - Der Ortsverbandsvorsitzende (OVV) bestimmt
die Richtung!
Zum Verein sollte die Beziehung auch keine rein konsumierende sein, also
keine rein geschäftliche Vereinszugehörigkeit, sondern ein gegenseitiges
Engagement bieten.
Problematisch wird es, wenn Mitglieder vom Verein
dieselbe Rolle wie von einem Dienstleister erwarten und umgekehrt
der Verein versucht, diesen Erwartungen nachzugeben. Das genau hat
der DARC e.V. aber seit seiner Gründung 1950 bis heute realisiert, er ist
überwiegend zu einem Dienstleister (Hotel GmbH, QSL Service, 50 Ohm,
Radio DARC, Merchandise,...) mutiert und hat die eigentliche
Vereinsaufgabe völlig aus den Augen verloren!
Ein Verein sollte seinem Wesen nach aber immer eine sich selbst
organisierende Gemeinschaft sein.
Das ist der DARC e.V. schon lange nicht mehr, regiert wird er vom
Amateurrat, den man gern auch Mitgliederversammlung nennt, der aber
eigentlich mehr ein
Zentralkomitee des DARC e.V.
darstellt.
Die Vereinsgründung kann nur im
Miteinander mehrerer Menschen erfolgen. Gemeinsam werden Satzung,
Zweck und Ziele festgelegt. Im Ursprung sind alle Mitglieder
gleichberechtigt bis zu dem Moment, in dem ein Vorstand gewählt
wird. Danach entsteht oft der Eindruck, die Mitglieder hätten mit
ihrer Wahl bereits ihre Pflicht getan und nun solle der Vorstand
bitte abliefern.
Je weiter sich ein Verein aber von seinem ursprünglichen Prinzip der
Selbstorganisation entfernt, desto schwerer tut er sich später mit
Motivation, Entscheidungsfreude und Zufriedenheit.
Genau das ist auch eingetreten!
Mitwirkung muss also nicht nur möglich
sein, sondern auch durch Vorstand, Mitgliederversammlung sowie
Distrikts- und OV-Vorstand eingefordert
und gelebt werden.
Doch warum scheitert das beim DARC e.V.?
Vielleicht, weil
vielen Vereinsmitgliedern gar nicht bewusst ist, dass das Vereinsleben
eine besondere Dynamik
verlangt und die Vereinsmitglieder darin selbst
eine sehr wichtige Rolle spielen, die sie aber in den DARC e.V.
Ortsverbänden, die ich kennengelernt hatte, nicht (mehr) wahrnehmen.
Viel zu lange wurden sie von echter Teilhabe ausgeklammert!
Der Vereinszweck allein reicht nicht aus, um eine Gemeinschaft
lebendig zu halten.
All diese Eigenschaften sind dem DARC e.V.
vollständig verlorengegangen, so zumindest mein Eindruck. Der DARC
e.V. als Organisation hat es nicht geschafft, diese Dinge zu
erkennen und den Verein insgesamt auf dem richtigen Kurs zu halten. Er hat
sich immer mehr zur paternalistischen Organisation und zu einem reinen Dienstleister entwickelt und hat deshalb meiner Meinung nach,
außer der Tradition,
für seine Mitglieder
nicht mehr viel zu bieten, was es
woanders
nicht auch günstiger und besser gäbe!
Und so bröckelt der DARC e.V. immer mehr und Stück für Stück
auseinander ...
vy 73 de Jürgen
DL6WAB
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