Der 53. Dortmunder Amateurfunkmarkt ein
voller Erfolg?
Im nachfolgenden Artikel nehme ich mein Recht auf freie
Meinungsäußerung gem. Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG)
sowie das Zitatrecht gem. § 51 Urheberrechtsgesetz (UhRG) wahr.
Was ist eine Meinung? Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema.
Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken
anregen und das soll sie auch!
Dem DAT e.V.
Team vorab meinen ehrlichen Respekt,
so eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen und auch durchzuführen!
Die DARC e.V. Meldung
Die DARC e.V. Meldung titelt mit „Ein
voller Erfolg“
. Das ist nach den verfügbaren
Fakten zwar plausibel, aber ein wenig zu pauschal und für eine DARC
e.V. Meldung nicht ungewöhnlich.
Die Veranstaltung war offenbar gut besucht und hat nach der Absage 2025
einen Neustart geschafft. Ob sie wirklich ein „voller Erfolg“ war,
lässt sich jedoch erst beurteilen, wenn Zahlen zu Ausstellern,
Kosten, Erlösen, Besucherfeedback und Zukunftsperspektive vorliegen.
Der 53. Dortmunder Amateurfunkmarkt fand am 25. Oktober 2026 nicht
mehr in Dortmund, sondern in der Stadthalle Kamen statt. Besucher
hatten ab 11:00 Uhr Zutritt, Aussteller ab 7:00 Uhr, die Halle bot rund
1.200 Quadratmeter Fläche, der Verkauf lief bis 16:00 Uhr.
Die Veranstaltung war 2025 aus wirtschaftlichen Gründen ausgefallen.
Der Ortswechsel nach Kamen war demnach keine freiwillige
Standortoptimierung, sondern eine Reaktion auf gestiegene
Hallenkosten am bisherigen Ort. Der DARC e.V. Bericht nennt rund
1.000 Besucher bei der Premiere in Kamen. Das ist für eine
eintägige und neu verortete Amateurfunkveranstaltung ein gutes
Ergebnis.
Die Meldung feiert aber vor allem, dass die Veranstaltung überhaupt
wieder stattgefunden hat.
Das ist legitim, nach dem Ausfall 2025 ist die bloße Rückkehr
bereits ein Erfolg für den Amateurfunk. Aber die Aussage „voller Erfolg“ überspringt die eigentliche
Prüffrage, kann die Veranstaltung unter den neuen Bedingungen dauerhaft
wirtschaftlich funktionieren? Gerade weil die frühere Absage mit
Hallenkosten begründet wurde, ist eine seriöse Erfolgsmeldung ohne
Angaben zu Finanzierung, Ausstellerzahl und Planung für 2027
nicht nur unvollständig sondern auch unseriös.
Wer
die Veranstaltung als „vollen Erfolg“ feiert, der sollte dieses Bild sehr
ernst nehmen. Es zeigt eine
traditionelle und loyale Community,
aber zugleich eine Community, deren Nachwuchsproblem auf den Fotos
immer mehr sichtbar und immer deutlicher wird.
Da hilft auch die neue Klasse N nichts, der Fisch stinkt vom Kopf!
Picture KI generated - Ein voller Erfolg für die Traditionalisten!
Wo sind die Jugendlichen?
Auffällig ist nicht nur wer zu sehen ist, sondern auch, wer kaum zu
sehen ist.
Junge Erwachsene, Familien, Frauen und Menschen ohne vorhandene
Amateurfunk-Biografie. Das entspricht der breiteren Struktur des
Hobbys. Der DARC e.V. vertritt nur noch rund 30.000 Funkamateure,
die auch gleichzeitig Mitglied sind. Während öffentlich detaillierte
und aktuelle Altersstatistiken von dort
leider fehlen, schätzen
unabhängige Auswertungen den Anteil junger Funkamateure
beim DARC e.V. jedoch als gering ein.
Das heißt nicht, dass es keinen Nachwuchs gibt. Es gibt ihn, etwa
über Jugendgruppen, Ausbildungsangebote und die neue Einstiegsklasse
N. Aber ein Bild, auf dem diese Gruppen kaum sichtbar werden, zeigt,
dass der Dortmunder Amateurfunkmarkt bisher vor allem ein Treffpunkt
der älteren Bestandscommunity ist und nicht auch ein
interessanter Event für
Einsteiger wurde.
Auf
dem Bild ist so gut wie kein
Jugendlicher zu erkennen!
Die Kommunikation
Außerdem bleibt der Name „Dortmunder Amateurfunkmarkt“ trotz des
Ortswechsels nach Kamen bestehen. Das ist verständlich als
Markennamen und aus der
Traditionspflege heraus, kann aber bei Erstbesuchern und Einsteigern irritieren. Die
Stadthalle selbst spricht bereits von „Dortmunder
Amateurfunktreffen“, während DARC e.V. und Veranstalter weiter
„Amateurfunkmarkt“ verwenden, eine kleine, aber symptomatische
Unschärfe in der Kommunikation.
Spontanes Video von DL2YMR (Michael) zum 53. Dortmunder
Amateurfunkmarkt. Hier kann sich jeder selbst ein Bild machen!
Mein Fazit
Ich war selbst nicht dabei, die rund 400 km sind mir einfach zu
viel, um mir wieder alte Röhrengeräte, Stecker, Kabel und
historische Kellerfunde anzusehen, die oft noch zu überteuerten
Preisen an den OM gebracht werden
sollen. Der 53. Dortmunder Amateurfunkmarkt war
wieder ein Erfolg für die traditionellen Funkamateure, die dort waren.
Sie haben wieder ihre Tradition gelebt, ihre Kontakte gepflegt und
nach der Pause 2025 ein Zeichen gesetzt.
Die DARC e.V. Meldung behauptet
zwar einen „vollen Erfolg“, aber ohne die
wirtschaftliche Tragfähigkeit, Ausstellerbilanz oder Zukunftsplanung
offenzulegen. Angemessener wäre eine Formulierung wie, „Ein
vielversprechender Neustart mit rund 1.000 Besuchern“.
Der
langfristige Erfolg hängt nun davon ab, ob das Kamener-Format
wirtschaftlich und organisatorisch tragfähig ist und bleibt.
Faktisch war der 53. Dortmunder Amateurfunkmarkt vielleicht ein
Erfolg, rund 1.000 Besucher, ein funktionierender Neustart nach der
Pause und ein Fachprogramm sind solide Ergebnisse. Als Bericht ist
die kurze DARC e.V. Meldung jedoch zu flach, einfach von einem
vollen Erfolg zu sprechen, weil man doch so dringend Erfolgsmeldungen auf
der eigenen Homepage braucht.
Ein wirklich „voller“ Erfolg wäre dann erreicht, wenn das Bild
in einigen Jahren nicht nur „erfahrene Funkamateure“, sondern auch
sichtbar mehr junge Menschen, Einsteiger und Familien zeigt.
Aber
das Bild mit den vielen älteren Teilnehmern relativiert den
üblichen und wieder pauschal geschönten DARC e.V. Jubel.
Es zeigt wieder eine Traditionsveranstaltung, die ihre
überwiegend ältere Stammcommunity bedient und zugleich die
drängende Frage offenlässt, wer in zehn Jahren die Stände füllt, die
Vorträge besucht und die DARC e.V. Ortsverbände trägt.
[Zitat DARC e.V.]
Die Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt: Die Begeisterung für
den Amateurfunk lebt – und das gemeinsame Hobby verbindet Menschen
über alle Altersgruppen und Entfernungen hinweg.
[Zitat Ende]
Nein, genau das hat die Veranstaltung eben nicht gezeigt. Sie hat
leider wieder gezeigt, dass die Begeisterung für den Amateurfunk nur
bei den Traditionalisten lebt und sie hat auch keine Menschen über
alle Altersgruppen verbunden, die Chance dazu wäre aber da gewesen.
Wieder so ein
nichtssagender, emotionaler und geschönter DARC e.V. Schlusssatz, der aber schwach
in der eigenständigen Beweisführung bleibt.