Im nachfolgenden Artikel nehme ich mein Recht auf freie
Meinungsäußerung gem. Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG)
sowie das Zitatrecht gem. § 51 Urheberrechtsgesetz (UhRG) wahr.
Was ist eine Meinung? Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema.
Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken
anregen und das soll sie auch!
Seit 2014 bin ich Funkamateur und seit 2014 hatte ich bis 2024 in
unterschiedlichen Bereichen (Stab Datenschutz, stellv. OVV) mit dem selbsternannten Bundesverband
für den Amateurfunk zu tun, dem DARC e.V.
Seitdem frage ich mich,
wozu diese Organisation eigentlich gut ist?
Ja,
einige Leistungen des DARC e.V. erscheinen auf den ersten
Blick als unbedingt erforderlich,
auf den zweiten
Blick dann aber schon nicht mehr. Nach wie vor speist sich der DARC
e.V. aus der Tradition und dem
omnipräsenten Gruppenzwang der älteren Funkamateure, dass aber mit immer
weniger Erfolg.
Die einstige Popularität des DARC e.V. bröckelt!
Welche Fehler überalterte Vereine, wie der DARC e.V.,
macht, der zudem unter enormen Erneuerungsdruck steht, wollen wir
uns anschauen.
Hier kommen sie, die DARC e.V. Elefanten!
Es existiert kein klares Zukunftsbild, man verwaltet den Status quo (...
läuft doch noch ...) statt ein einfaches Leitbild zu entwickeln,
wohin und wie sich der Verein in 5–10 Jahren hinbewegen soll.
Die Nachwuchsarbeit wird vernachlässigt,
Kinder- und Jugendangebote sind schwach, unattraktiv oder fehlen
ganz. Kooperationen mit Schulen oder Jugendtreffs werden
nicht aktiv gesucht.
Die Zielgruppen werden verfehlt,
man richtet sich in Sprache, Angebot und Zeiten weiter an die ältere
Stammklientel (siehe CQDL) und übersieht, dass Jüngere andere
Formate, Kanäle und Flexibilität brauchen, die sie auch selbst
gestalten können.
Das gesamte Umfeld wird ignoriert, Konkurrenz
durch kommerzielle Anbieter, verändertes Freizeitverhalten und
Digitalisierung werden unterschätzt, statt sie aktiv in die eigene
Strategie einzubauen.
Macht wird an die ewigen
Funktionsträger (... meistens
OV-Vorsitzende oder
Distrikts-Vorsitzende ...) geklammert, alte
Vorstände geben Aufgaben und Entscheidungsmacht nicht ab, junge
Leute dürfen zwar nach deren Regeln "mitmachen", aber nichts
Relevantes entscheiden oder gar verändern.
Die Abwehrhaltung gegenüber Neuem nimmt stetig
zu, Vorschläge junger oder neuer Mitglieder werden als „... das hat
bei uns noch nie funktioniert ...“ abgetan, diesbezügliche Experimente und
Pilotprojekte sind unerwünscht.
Es gibt vermehrt intransparente Entscheidungen, es ist unklar, wie und warum
so entschieden wird, was Misstrauen erzeugt und engagierte Menschen
abschreckt.
Fehlende Wertschätzung ist Alltag,
ehrenamtliche, besonders Neue, bekommen wenig Feedback, Dank oder
Unterstützung, Engagement und Loyalität wird als selbstverständlich angesehen
und vorausgesetzt.
Veraltete Satzung und Strukturen, Aufgaben,
Zuständigkeiten und Prozesse passen nicht mehr zur heutigen
Realität, die Satzung wird nur rudimentär angepasst.
Überlastung weniger Aktiver, immer dieselben
Leute machen alles, Aufgaben werden nicht verteilt, was zu Frust,
Burnout und plötzlichen Rücktritten führt.
Es fehlt an
Professionalisierung. Finanzen, Fördermittel, Datenschutz,
Öffentlichkeitsarbeit oder Projektmanagement werden „nebenbei“ und
ohne ausreichende Kompetenz erledigt.
Es existiert keine systematische Übergabe,
Wissen bleibt in den Köpfen der Alten, es gibt keine geordneten
Übergaben, Dokumentation oder Einarbeitung für Nachfolger.
Die Sichtbarkeit nach außen existiert kaum, die Website
veraltet, Social Media wird kaum oder schlecht genutzt,
Öffentlichkeitsarbeit erfolgt so gut wie gar nicht und wenn, dann
mit den immer wieder gleichen Themen, wie faszinierend der
Amateurfunk denn sei und was Funkamateure im Notfall alles leisten
könnten (... wenn sie es denn wirklich könnten ...).
Einweg-Kommunikation zu den Mitgliedern,
Vorstand
informiert, Mitglieder konsumieren.
Es gibt
keine echten
Beteiligungsformate (Abstimmungen, Umfragen, Projektgruppen).
Der Mitgliedertreff des DARC e.V. verkommt zur Farce!
Die Digitalisierung wird als Bedrohung gesehen,
Online-Tools für Organisation, Mitgliederverwaltung, Kommunikation
und Veranstaltungen werden gemieden, statt sie als Entlastung zu
nutzen.
Es existiert keine klare, verständliche
Ansprache, Texte und Formulare sind bürokratisch, schwer
verständlich und schrecken besonders jüngere Interessierte ab.
Typische Folgefehler unter Erneuerungsdruck sind,
Aktionismus statt Konzept, man startet Einzelaktionen ohne
längerfristige Strategie oder Evaluation.
Veränderungen verkommen zur symbolischen Kosmetik,
ersetzen aber nicht echte Struktur- und Kulturänderungen.
Späte und harte Brüche werden dann erzwungen, weil
man Veränderungen zu lange verdrängt hat, es kommt irgendwann zu
Konflikten und Spaltungen, statt zu einem gesteuerten Übergang.
Warnsignale werden ignoriert, sinkende
Mitgliederzahlen, weniger Helfer und schwächere Veranstaltungen
werden als „normale Entwicklung“ abgetan, bis es zu spät ist.
All das führt dazu, dass bei den DARC e.V. Mitgliedern ein omnipräsentes,
aufdringliches
und schon zwanghaftes Verhalten zur Mitgliedergewinnung
zu beobachten ist. Ein potentiell neues Mitglied im Ortsverband wird fast wie
der Mesias des gesamten DARC e.V. Universums gefeiert, vom
Ortsverbandsvorsitzenden (OVV) frenetisch begrüßt und auch gleich
nach guter alter DARC e.V. Tradition auf die seit Generationen
bestehenden Regeln im OV "eingenordet". Endlich ist auch jemand da,
an den die Asche weitergeben werden kann!
Ein neues Mitglied unter 50 Jahren im Ortsverband (OV),
endlich die Trendumkehr! Es geht wieder aufwärts mit dem Amateurfunk, die
Zahlen sprechen für sich ...
Für junge Menschen sind all diese
Versäumnisse der Vergangenheit,
wie ich sie selbst auch in insgesamt 4 Ortsverbänden erlebt hatte (...
und auch als Nichtmitglied immer noch mitbekomme ...), sicher die
Gründe, einem solchen Verein nicht beizutreten.
Die Alten regieren,
die Neuen dürfen sich den Alten unterwerfen und deren Aufträge
nach deren Regeln ausführen.
Angesprochen werden diese
strukturellen Probleme nur sehr selten, sie werden unter den DARC e.V.
Funktionsträgern überwiegend totgeschwiegen und dann unter den Tisch gekehrt.
Offiziell gibt es keine Probleme, alles läuft bestens! Der nächste
OV Abend
wird sicher wieder ein "Highlight", wir freuen uns auf Gäste!
Aber, unter der Oberfläche da
brodelt es gewaltig und so lange sich dieses System noch an der Macht hält, wird der DARC e.V.
für den weiteren
Niedergang des Amateurfunks insgesamt zum großen Teil verantwortlich sein!
Der
DARC e.V. in seiner jetzigen Form ist nicht mehr Teil der Lösung, er
ist mittlerweile das Problem!