Die Kapitulation der Mitglieder vor der
eigenen Courage
Im nachfolgenden Artikel nehme ich mein Recht auf freie
Meinungsäußerung gem. Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG)
sowie das Zitatrecht gem. § 51 Urheberrechtsgesetz (UhRG) wahr.
Was ist eine Meinung? Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema.
Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken
anregen und das soll sie auch!
Danke!
Es ist Zeit, auch mal danke zu sagen, danke für die vielen Besucher
(~ 250 am Tag) auf meiner Webseite (https://www.amateurfunkpraxis.de), danke an die vielen Leserinnen
und Leser und vor
allem an die, die mir auch mal eine Rückmeldung gegeben hatten.
Danke
auch an die vielen DARC e.V. Mitglieder, die zahlreiche Rückmeldungen gaben
und mehrfach bestätigt hatten, ja, der DARC e.V. hat ein Problem,
er merkt es aber nicht!
Das Video von Michael (DL2YMR)
Danke auch an Michael (DL2YMR) der endlich das Thema DARC e.V.
offen und kritisch angesprochen und damit für eine unabhängige
Diskussion gesorgt hat. Ich bin immer noch sehr erstaunt, über die
vielen Kommentare und Rückmeldungen, insbesondere über die, die den
Bundesverband DARC e.V. betreffen.
Und wenn ich die Kommentare richtig verstanden habe (... ich habe
sie fast alle gelesen ...) dann sind es nicht andere Funkamateure,
die den Nachwuchs vertreiben, sondern es sind insbesondere DARC e.V.
Mitglieder, DARC e.V. Funktionsträger und der DARC e.V. als
Institution selbst, der dafür sorgt.
Da bestätigt sich wieder, der DARC e.V. ist nicht Teil der Lösung,
sondern auch Teil des Problems!
Den ewig Gestrigen, Mitschwimmern, DARC e.V. Hardlinern,
OVV, Funktionsträgern, Vereinsmeiern, Führungskräften und
Verwaltungsbeamten kann ich immer wieder nur zurufen, schaut euch das Video von
Michael (DL2YMR) noch einmal ganz genau an und versucht für euch in Erfahrung zu bringen, wo das
größte Problem im Amateurfunk liegen könnte.
Kleiner Tipp, von Minute 1:13 bis Minute 1:56 gibt es die
entscheidenden Hinweise!
Mit mittlerweile (Stand 13.09.2026) 41.690 Aufrufen und 864
Kommentaren verstehe ich dieses Video als repräsentativ.
Eigentlich müsste die Überschrift vom Video aber lauten: "So vertreibt der DARC
e.V. neue Funkamateure!"
Wie bitte? Der DARC e.V. als Bundesverband und Interessenvertretung
steht an erster Stelle der Gründe, warum junge Menschen dem
Amateurfunk den Rücken kehren und nicht dabei bleiben?
Etwas
Absurderes ist mir in meinem ganzen Leben in Bezug zu einem Verein
noch nicht untergekommen!
Das ist nicht nur erschreckend, sondern einfach nur unglaublich. Ich
bin zwar immer noch völlig sprachlos, fühle mich aber mit meiner
kritischen Berichterstattung zum DARC e.V. als Bundesverband mehr
als bestätigt. Alle Themen, die ich in diesem Kontext in
den letzten 2 Jahren
aufgegriffen hatte, finden sich mehrfach in den über 850
Kommentaren wieder.
So daneben kann meine Berichterstattung also
nicht gewesen sein.
Glückwunsch lieber DARC e.V. (Vorstand, Amateurrat
und Funktionsträger)
zu dieser wirklich herausragenden Leistung, was für eine
unglaubliche Blamage!
Als Konsequenz sollte der DARC e.V. Vorstand und der Amateurrat
geschlossen zurücktreten!
Feedback an mich
Bis heute sind
bei mir in fast 2 Jahren seit meinem Austritt aus dem DARC e.V. mehr als 175 E-Mails zu meiner kritischen
Berichterstattung eingegangen,
teilweise mit sehr konstruktiven Vorschlägen, mit Zustimmung aber
auch mit Ablehnung,
manchmal auch mit persönlichen Anfeindungen.
Dabei bin ich oft gefragt worden, "Warum machst Du das überhaupt, du
bist ja gar kein Mitglied mehr im DARC e.V. Was geht Dich das noch
an?" oder aber auch "Wenn Du da was verändern willst, musst Du
im OV mitarbeiten!"
Nein, muss ich
ausdrücklich nicht!
Meine Motivation
Ich war 10 Jahre beim DARC e.V. Mitglied, habe relativ schnell
gemerkt was im DARC e.V. abläuft,
was geht und was nicht geht und ich wünsche mir als aktiver
Funkamateur
einen attraktiven und freien Amateurfunk, der nicht geprägt ist, von
einem einzigen und zudem noch rückständigen Verein und seiner
überholten Vereinsphilosophie von 1950!
Das ist meine Motivation
als überzeugtes Nichtmitglied, der Amateurfunk
als Hobby, nicht die Vereinsmeierei
oder gar die Verbreitung von "DARC e.V. Gleichsprech"! So wie der
Amateurfunk heute dasteht, ist das Ergebnis von
jahrzehntelanger verfehlter sowie konservativer Vereinspolitik des
DARC e.V. und seiner Funktionsträger.
Das sollte man in diesem Kontext nie vergessen!
Der Gegenwind
Wenn man so offen und kritisch über den DARC e.V. berichtet wie ich,
dann muss man mit Gegenwind rechnen und ihn einfach aushalten. Ich kann verstehen, wenn
Menschen nach vielen Jahren reflektieren und erschrocken für sich entdecken, an was habe ich mich
da die ganze Zeit geklammert, was hat mir das persönlich gebracht
und was konnte ich dort bewirken?
Das löst bestimmt eine heftige kogntive Dissonanz aus!
Auch die kleinen Spitzen, die man hier und da so hört, bestätigen
mich in meiner Meinung und meiner Auffassung in Sachen
DARC e.V. Ich interpretiere das als den kläglichen Versuch, vom
eigentlichen Thema abzulenken und persönliche Defizite zu
kaschieren. Manche Funkfreunde sind da wirklich Weltmeister drin! Ernstzunehmende Argumente kommen von dort leider nicht, man feiert
lieber den vermeintlich eigenen Erfolg als herausragender Funktionsträger.
Liebe DARC e.V. Funktionsträger, schaut euch das Video von Michael
(DL2YMR) noch einmal ganz genau an und reflektiert sehr
selbstkritisch die dort
geäußerte Kritik. Da steht die ehrliche Meinung vieler Funkamateure
über euch, eure Arbeit und euren Verein, die
über den DARC e.V. nicht nur in großen Teilen in der Öffentlichkeit kursiert, sondern
auch DARC e.V. intern und nicht nur den sich ständig wiederholenden und
schön einstudierten "DARC e.V. Gleichsprech", bei jeder sich nur
bietenden Gelegenheit.
Der "DARC e.V. Gleichsprech" ist schon lange nicht mehr glaubwürdig.
Die Funktionsträger
Übrigens, ein
richtiger Verein, nicht so wie ein DARC e.V. Ortsverband, benötigt weder Führungskräfte
aus der freien Wirtschaft noch politisch geprägte Verwaltungsbeamte
z.B. aus
Gemeindeverwaltungen. Er benötigt Menschen, die anderen
Menschen technisch kompetente Hilfe leisten und die Mitglieder
mit Sozialkompetenz wirklich begeistern und motivieren können.
Der formale Verein ist dabei nur ein
organisatorischer Rahmen, nicht Inhalt des Hobbys!
Leider war und ist dem Großteil der Funktionsträger des DARC e.V.,
die ich kennenlernen durfte, die Gabe der erforderlichen Kompetenz nicht gegeben. Mehrheitlich
handelte es sich um leicht zu durchschauende Selbstdarsteller mit
fehlender Sozialkompetenz sowie fehlender
technischer Expertise, gern auch in Kombination. Da hilft
dann auch die noch so eloquente Ausdrucksweise nicht über die
fehlenden aber erforderlichen Qualifikationen hinwegzutäuschen. Eigentlich tragen sie ja schon die richtige Bezeichnung, sie sind
Funktionsträger und haben nach den Vorgaben des DARC e.V. zu
funktionieren.
In den
DARC e.V. Ortsverbänden (OV) hatte ich immer das Gefühl, der OV ist
überwiegend dafür da, den übergeordneten DARC e.V. als Dienstleister finanziell am
Leben zu halten, sich bei der Ausübung der Mitgliedschaft die Ziele des
Vereins zu Eigen zu machen und natürlich dem Distriktsvorsitzenden (DV) zu gefallen.
Dafür braucht es natürlich loyale und vereinstreue Funktionsträger
und so gerierten sich einige Ortsverbandsvorsitzende (OVV) dann
auch.
Die Vereinsbindung
Einige Funkfreunde schrieben mir, sie würden dem DARC e.V. gerne den
Rücken kehren, machen es aber aus persönlichen Gründen (... wegen
anderer Mitglieder ...) oder wegen
der QSL Kartenvermittlung nicht. Viele
schienen nicht oder nicht mehr vom DARC e.V. überzeugt zu sein,
blieben aber dabei, weil sie schon so lange dabei sind.
Das kann ich grundsätzlich verstehen.
Und dann gibt es noch die Funkfreunde, die dem DARC e.V. die Stange
halten, auch wenn er einen noch so großen Unsinn verzapft. Das sind
die klaglosen Mitschwimmer, die stillen Beitragszahler die den Mund
nicht aufbekommen und jede Kröte bereitwillig schlucken, die ihnen
vom Vorstand präsentiert
wird.
"Einmal DARC e.V., immer DARC e.V.!" und "Wir sind Männer des DARC
e.V.!" musste ich schon mehrfach hören.
Ich dachte eigentlich, solche pauschalen Maxime sind längst ausgestorben? Beim DARC e.V. offensichtlich nicht.
Nicht zu vergessen, die große Gruppe der Funktionsträger, ausgestattet mit
zahlreichen Privilegien auf Kosten der zahlenden Mitglieder. Auch
diese Gruppe ist dem Gruppenzwang nicht nur ausgeliefert, sie nährt
ihn auch noch und hält ihn aus Eigeninteresse weiterhin aufrecht!
"Mitgliederbindung" nennt der DARC e.V. das dann.
Die Ortsverbände
Einige junge und neue Funkamateure hatten mich angeschrieben und um
Rat gefragt, was soll ich ihnen sagen, geht hin und schaut es euch
selbst an! Meine Erfahrungen müssen sich nicht immer mit dem decken,
was heute beim DARC e.V. vorzufinden ist. Was ich allerdings hier so
im näheren Umfeld und via Funk mitbekomme, unterscheidet sich nicht
von dem, was ich 2014 selbst vorfand.
Daran hat sich bis heute so gut wie nichts geändert.
Die aktuelle Entwicklung der DARC e.V. Ortsverbände lässt sich in
meinem unmittelbaren Umfeld ja gut beobachten. Nirgendwo ist da
nennenswerte Aktivität oder gar Wachstum zu erkennen. Hier und da
hört man von Abgängen aus verschiedenen, meistens demografischen
Gründen (sk), von OV Auflösungen und OV Fusionen mangels Masse, von
echten Neuzugängen oder positiven Entwicklungen in DARC e.V.
Ortsverbänden hört und liest man so gut wie nichts. Da müssen schon
einfache Besuche von Funktionsträgern auf Veranstaltungen den Mitgliedern als "der Erfolg"
verkauft werden. Wow!
Und so decken sich die vielen kritischen Kommentare (864) unter den
Videos von Michael (DL2YMR) fast vollständig mit der vorzufindenden
Realität.
Die Kapitulation der Mitglieder vor sich selbst
Eine unkritische und teilnahmslose Mitgliedschaft im DARC e.V.
widerspricht dem eigentlichen Sinn gemeinschaftlichen Engagements.
Wer dem DARC e.V. beitritt, übernimmt nicht nur Rechte, sondern auch
Verantwortung. Dazu gehören Interesse, Mitwirkung und die
Bereitschaft, sich auch mal mit den Zielen und Entscheidungen des Vereins
kritisch auseinanderzusetzen.
Besonders problematisch sehe ich die Haltung, bei der die
Mitglieder zwar Beiträge zahlen und von den Angeboten des
Dienstleisters DARC e.V. profitieren,
sich aber weder an Versammlungen beteiligen noch Entscheidungen
hinterfragen. Dadurch wird die Vereinsarbeit einigen wenigen Aktiven
überlassen. Diese müssen dann nicht nur organisatorische Aufgaben
übernehmen, sondern tragen oft auch die Verantwortung für
Entscheidungen, die eigentlich von der gesamten Mitgliedschaft
diskutiert und mitgetragen werden sollten.
Leider fand dieser doch so notwendige Diskurs
in den mir bekannten DARC e.V. Ortsverbänden nicht statt!
Teilnahmslosigkeit der Mitglieder führt auch dazu, dass
sich eingefahrene Strukturen entwickeln. Wenn niemand mehr nachfragt oder
Kritik äußert, bleiben Fehlentscheidungen, mangelnde Transparenz
oder ungerechte Aufgabenverteilungen nicht aus.
Demokratie innerhalb eines Vereins funktioniert jedoch nur, wenn
Mitglieder ihre auch kritische Meinung äußern, Vorschläge einbringen und bei
Abstimmungen tatsächlich auch mitentscheiden.
Kritik sollte dabei nicht mit grundsätzlicher Ablehnung verwechselt
werden. Eine engagierte Mitgliedschaft bedeutet nicht, jede
Entscheidung zu hinterfragen oder zu unterstützen. Gerade sachliche Kritik kann helfen,
den DARC e.V. weiterzuentwickeln und auf die Bedürfnisse seiner
Mitglieder auszurichten. Wer sich als Mitglied dagegen vollständig
zurückzieht, verschenkt aber auch die Möglichkeit, Veränderungen anzustoßen.
Genau diesen Eindruck hatte ich in meiner 10 jährigen Mitgliedschaft
gewonnen, überwiegende Passivität in den Ortsverbänden des DARC e.V.!
Natürlich kann nicht jedes Mitglied ständig anwesend sein oder
regelmäßig Aufgaben übernehmen. Berufliche, familiäre oder
gesundheitliche Gründe müssen berücksichtigt werden. Dennoch sollte
eine Mitgliedschaft nicht ausschließlich darin bestehen, den
Vereinsausweis zu besitzen oder Leistungen in Anspruch zu nehmen.
Insgesamt ist eine unkritische und teilnahmslose Mitgliedschaft
daher sehr kritisch zu bewerten. Ein Verein lebt vom Austausch,
von Solidarität und gemeinsamer Verantwortung. Wer sich dauerhaft daran
nicht beteiligen kann oder soll, schwächt nicht nur die demokratische Kultur des
Vereins, sondern trägt auch dazu bei, dass Engagement und
Entscheidungen auf immer weniger Schultern lasten.
Manchmal bin ich wirklich etwas ratlos, wie man sich so teilnahmslos und
passiv einer Sache verschreiben kann. Vielleicht ist es die
individuelle Bequemlichkeit, vielleicht die Tradition, die
Betriebsblindheit, die oft fehlende Expertise der Funktionsträger, die Angst
der Mitglieder vor
Repressionen aus der eigenen Gruppe, oder alles zusammen.
Vielleicht ist es aber auch die Kapitulation der Mitglieder vor der
eigenen Courage und sich selbst?
Zu welchen Ergebnissen so ein Verhalten führt, hat Michael mit seinem Video
sehr eindrucksvoll aufgezeigt.
Mein Ausblick
Auf jeden Fall ist das ganz sicher nicht mein Weg, denn er
entwickelt weder mich, noch den DARC e.V. oder den Amateurfunk
insgesamt in irgendeiner Form weiter
und so freue ich mich auf zukünftige Rückmeldungen jeglicher Art, um
sie kritisch zu reflektieren und gute Ideen bei Bedarf auch selbst
auszuprobieren und anzuwenden.
Ist das ein Weg für neue Funkamateure und junge Menschen? Vermutlich
auch nicht, dass zeigen die vielen kritischen Kommentare zu Michaels
Video unzweifelhaft und ziemlich eindeutig auf. Die Zeiten des DARC
e.V. in seiner jetzigen Form, die aus 1950 stammt, sind wohl vorbei,
auch wenn die ewig Gestrigen verbissen an ihren Philosophien
festhalten, obwohl doch nun ganz offensichtlich geworden ist, wo der
Schuh wirklich drückt.